Pressemitteilung
2.2.2016

eStandards eröffnen Mittelstand und Handwerk große Chancen bei der Digitalisierung

 

 

Die Digitalisierung beeinflusst zunehmend den betrieblichen Alltag und die Geschäftsprozesse deutscher Unternehmen. Gerade für Handwerk und Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft ergeben sich daraus vielfältige Chancen - sofern die Unternehmen die digitale Transformation angehen und für sich zu nutzen wissen. Bei der Veranstaltung "Digitalisierung - Herausforderungen und Chancen für Mittelstand und Handwerk", die heute im Rahmen des Förderschwerpunkts "Mittelstand-Digital" vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Duisburg stattfindet, informieren sich über 150 kleine und mittlere Unternehmen über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung und die Bedeutung von eBusiness-Standards (eStandards).

Dr. Franz Büllingen, Leiter der Mittelstand-Digital-Begleitforschung: "Die Digitalisierung ist entscheidend für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Sie bietet Mittelstand und Handwerk große Chancen für zusätzliche Wertschöpfung und die Erschließung neuer Märkte. Entscheidende Bedeutung kommt dabei einer möglichst großen Verbreitung von Standards beim Datenaustausch zu. Diese gewährleisten, dass Daten und Dienstleistungen reibungslos in und zwischen Unternehmen ausgetauscht werden können. Das effiziente Zusammenspiel der Akteure ist für eine arbeitsteilige Wirtschaft von essenzieller Bedeutung. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können dadurch künftig leichter und effizienter an Wertschöpfungsprozessen partizipieren." 

Die Anwendung digitaler Standards ist für Unternehmen derzeit noch mit großem Aufwand verbunden. Gleichzeitig ist der Nutzen einheitlicher Standards gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) häufig nicht direkt ersichtlich. Deshalb entwickelt die Förderinitiative "eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern" des BMWi im Rahmen von "Mittelstand-Digital" praxisgerechte Lösungen und unterstützt deren breite Nutzung, beispielsweise durch die Verbesserung des Stammdaten- und Prozessmanagements.  Die Einbindung in die Geschäftsprozesse der Unternehmen unterschiedlicher Branchen mit gut nachahmbaren Beispielen zeigt den wirtschaftlichen Nutzen für Unternehmen auf.

Im Rahmen der Veranstaltung präsentieren fünf Projekte der Initiative eStandards ihre Ergebnisse:

  • eBauen: Das Projekt hat die Integration von Prozessstandards in Handwerk und KMU im Bereich des energieeffizienten intelligenten Bauens erfolgreich erprobt.
  • BIMiD: Das Projekt hat eine Methode zur Modellierung und zum Management von Bauwerksdaten (BIM - Building Information Modeling) mit Hilfe von offenen, herstellerneutralen eStandards für die Bau- und Immobilienwirtschaft anhand konkreter Bauprojekte demonstriert.
  • SDBtransfer: Das Projekt hat erstmals einen durchgängigen elektronischen Prozess für den  Austausch von sicherheitsrelevanten Daten - insbesondere für gefährliche Stoffe und Gemische - in der Lieferkette der Bauwirtschaft entwickelt.
  • Standard eCG: Das Projekt hat einheitliche Standards zur Unterstützung von KMU im Gesundheitswesen beim eCommerce entwickelt, das derzeit aufgrund mangelnder einheitlicher Vorgaben noch sehr aufwändig ist. Zudem hat Standard eCG praktische Orientierungshilfen für die Einführung von eCommerce erarbeitet.
  • eStep Mittelstand: Das Forschungsprojekt eStep Mittelstand zeigt Lösungsmodule und Tools für den Einsatz von eStandards, mit denen Unternehmen selbst ermitteln können, wie fit sie im eBusiness schon sind und die nächsten, geeigneten Schritte festlegen und eine geeignete IT-Lösung schaffen können. 

Der BMWi-Förderschwerpunkt "Mittelstand-Digital - Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse" setzt sich aus den Initiativen "eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern" mit 20 Förderprojekten, "Einfach intuitiv - Usability für den Mittelstand" mit 17 Förderprojekten sowie "Mittelstand 4.0 - Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse" mit zehn Kompetenzzentren, einem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk und vier Mittelstand 4.0-Agenturen mit den Schwerpunktthemen Cloud, Prozesse, Kommunikation und Handel zusammen. Weitere Informationen zu "Mittelstand-Digital" finden Sie unter www.mittelstand-digital.de.

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