Fünf Faustregeln für den souveränen Umgang mit Daten

Von Lars Nagel, EffizienzCluster Management GmbH und Industrial Data Space e.V., Experte am Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Dortmund

Header
© monsitj - Fotolia.com

Wer ein digitales Geschäftsmodell entwickeln, implementieren und zum Erfolg führen will, muss souverän mit Daten umgehen können. Daten durchdringen das ganze Unternehmen: Werden sie gesammelt, zusammengeführt und ausgewertet, machen sie so Abläufe transparent, Prozesse effizient und bilden das Fundament neuer Geschäftsmodelle. Daten eröffnen der Wirtschaft, insbesondere auch kleinen und mittlere Betrieben, also zahlreiche neue Möglichkeiten.

Um diese Chancen eines digitalen Geschäftsmodells zu nutzen, muss ein Betrieb in der Lage sein, Daten mit Partnern zu teilen - und zwar ohne die Kontrolle über seine eigenen, sensiblen und gewinnbringenden Daten zu verlieren. Kleine und mittlere Betrieben können sich auf dem Weg dahin an fünf Faustregeln orientieren.

  1. Der größte Teil des Datenschatzes ist im eigenen Betrieb verborgen: Schon heute fällt auch in kleinen und mittlere Betrieben eine Vielzahl an Daten an. Diese Daten werden oft noch nicht (gewinnbringend) genutzt. Um dieses Potenzial zu nutzen, sollten Unternehmen damit beginnen, ihre eigenen Prozesse digital zu erfassen, auszuwerten und klare Nutzungsrechte transparent festzulegen.
  2. Nicht alle Daten sind zum Teilen geeignet: Betriebe sollten immer genau abwägen, welche Daten sie mit Partnern teilen können und wollen. Andererseits: Eine gänzlich ablehnende Haltung wiederum könnte auf Dauer der eigenen Wettbewerbsfähigkeit schaden - denn so kann keine Kooperation entstehen.
  3. Safety first: Neben den Aspekten der IT-Sicherheit sollten Betriebe sich auch mit Fragen zu Dateneigentum und Datensouveränität auseinandersetzen. Information und Recherche sind hier das A und O: Aktuelle Cloud-Lösungen etwa ermöglichen das Teilen von Daten, ohne die Datenhoheit aufgeben zu müssen, wenn entsprechende Standards genutzt werden.
  4. Mit kleinen Schritten anfangen: Es muss nicht sofort das innovative Geschäftsmodell sein. Wer keine Erfahrung mit Datentechnologien hat, kann auch erstmal einen Prozess digitalisieren und darauf später aufbauen. Wichtig ist, überhaupt anzufangen und Erfahrungen zu sammeln.
  5. Mehr Austausch und Miteinander: Vernetzung und Austausch mit anderen Unternehmen lohnt sich - insbesondere mit innovativen und jungen Unternehmen, zum Beispiel aus der Sharing Economy oder mit Startups. So können sich Betriebe für das eigene digitale Geschäftsmodell inspirieren lassen oder vielversprechende Kooperationen starten.

Diese Faustregeln dienen der ersten Orientierung. Weitere, unabhängige und kostenlose Unterstützung können sich kleine und mittlere Unternehmen zum Beispiel bei Mittelstand-Digital holen - damit aus Datensouveränität bald Innovation erwächst.

weitere Informationen zum Thema