Fünf für die Digitalisierung: Wie Oerlikon Manmade Fibers digitale Geschäftsmodelle entwickelt

Header
© Oerlikon Manmade Fibers

Auf Technologieführerschaft kann man sich nicht ausruhen. Beim Segment Manmade Fibers des Maschinen- und Anlagenbauers Oerlikon gibt es jetzt eine Arbeitsgruppe, die neue, digitale Geschäftsmodelle entwickelt, um das Unternehmen auch in Zukunft an der Weltspitze zu halten.

Fünf Mitarbeiter aus fünf Ländern, die sich ausschließlich mit Industrie 4.0 beschäftigen - das ist die Arbeitsgruppe "OMF 4.0", die Oerlikon Manmade Fibers fit für die Zukunft machen soll. Das heißt: Das Team sucht nach neuen, digitalen Geschäftsmodellen, die den Kunden einen konkreten Mehrwert bieten. Die Teammitglieder sind Elektroingenieure und Wirtschaftswissenschaftler, sie kommen aus Frankreich, Deutschland, Südafrika, Indien und China.

Ein intensives Jahr für die Digitalisierung
"Die Arbeit des Teams ist jetzt zunächst einmal auf ein Jahr angelegt. Es funktioniert als autarke Einheit, die Teammitglieder sind aber gleichzeitig stark mit den Entwicklungsingenieuren und der Sales- und Kunden- Service-Abteilung vernetzt", erklärt André Wissenberg, Leiter Marketing und Kommunikation des Oerlikon Segments Manmade Fibers. Zwei neue Mitarbeiter wurden für das Team eingestellt, zusätzlich wurde ein internes Assessment-Center veranstaltet. Wer mit ins "OMF 4.0"-Team wollte, musste unter anderem eine kurze Videopräsentation anfertigen und darstellen, warum er oder sie sich besonders für das Thema Industrie 4.0 interessiert. Anfang September 2016 hat das Team seine Arbeit aufgenommen. Auch André Wissenberg steht im regen Austausch mit den fünf Digitalisierungsexperten: "Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema, aus den verschiedensten Perspektiven. Die Teammitglieder berichten, dass sie erleben, wie sich ihre ganze Denkweise verändert. Und das spürt man auch deutlich."

Das Beispiel "OMF 4.0" zeigt: Die intensive Auseinandersetzung mit der Digitalisierung lohnt sich. Dazu muss natürlich nicht gleich ein ganzes Team abgestellt werden und man braucht auch keine ausgewiesenen Experten. Vielmehr geht es darum, den eigenen Mitarbeitern die nötige Beinfreiheit zu gewähren, sich mit dem Thema im Kontext der eigenen Branche zu befassen. Auch kleine Betriebe können profitieren, wenn sie ihren Mitarbeitern Zeit und Raum zur Verfügung stellen, um digitale Ideen zu spinnen und technologische Entwicklungen zu diskutieren. Nicht zuletzt, wenn es gelingt, dabei tragfähige Geschäftsmodelle für die digitale Zukunft zu entwickeln.

Garnproduktion in der virtuellen Realität
Bei Oerlikon Manmade Fibers liegen die neuen Geschäftsmodelle aktuell vor allem im Bereich innovativer Kundendienstleistungen. Von Hause aus verkauft das Unternehmen Maschinen und Anlagen für die Chemie- faser- und Vliesstoffproduktion. "Unsere Anlagensteuerung wird natürlich zunehmend intelligenter", erläutert André Wissenberg, "mittlerweile gibt es sogar Cloud-Lösungen, mit denen ich eine komplexe Anlage über mein Smartphone analysieren und steuern kann."

Daran anknüpfend hat Oerlikon bereits einen innovativen Service entwickelt, der mit Microsofttechnologie umgesetzt wird: die Fernwartung der Zukunft mittels "HoloLens", einer Augmented-Reality-Brille. Der Kunde geht mit der Brille durch die Anlage und der per Remote Access zugeschaltete Ingenieur kann auf die Anlagensteuerung zugreifen. André Wissenberg ist sichtlich stolz: "Dieser Service ist jetzt Teil unseres ?Intelligent Plant Control'-Angebots für Industrie 4.0 Anlagen und ganz neu am Markt." Die Arbeit aller beteiligten Mitarbeiter und die des "OMF 4.0"-Teams trägt also erste Früchte und weitere Projekte sind bereits angelaufen.

weitere Informationen zum Thema