Die neue Broschüre des Zentrums stellt anschaulich Good-Practice Beispiele von Unternehmen vor und war vor Ort für die Gäste einsehbar – nun steht sie auch digital zur Verfügung.
Mehr Infos zu den Angeboten des Zentrums: digitalzentrum-tourismus.de
08.04.2026 -
© Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus
Rund drei Jahre nach seinem Start zieht das Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus Bilanz: In Berlin diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus und Wissenschaft, wie Künstliche Intelligenz und digitale Lösungen die Branche prägen und wie kleine und mittlere Unternehmen digitale Lösungen praktisch einsetzen können.
Seit seinem Start vor drei Jahren unterstützt das Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus kleine und mittlere Tourismusunternehmen dabei, digitale Technologien besser zu verstehen und in ihre Arbeit zu integrieren. Die Themen reichen von Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) bis zu neuen Formen digitaler Gästekommunikation.
Ende März 2026 war es Zeit, das Erreichte zu bilanzieren, wichtige Mitwirkende und Wegbegleiter des Projekts zu Wort kommen zu lassen und den Blick nach vorn zu richten. Das zahlreich erschienene Publikum lauschte Impulsvorträgen und Podiumsgesprächen und probierte sich an digitalen Technologien selbst aus. Im Escape-Room Tourismus konnte mithilfe von Augmented Reality- (AI) und KI- Anwendungen gerätselt werden, und im KI-Deep-Fake-Simulator des Mittelstand-Digital Zentrums Berlin erlebte man, wie sich binnen Sekunden eingesprochene Stimmen imitieren und diese in sämtlichen Sprachen sprechen lassen. Einige tanzten mit dem Roboter Pepper, den das Mittelstand-Digital Zentrum Magdeburg auf Veranstaltungen und Messen einsetzt. Bei der Transferstelle Cybersicherheit erhielten Interessierte kompakte IT-Notfalltipps auf einem Bierdeckel – denn im Notfall muss es schnell gehen. Die Demonstratoren machten Innovationen erlebbar und zeigten, wie sie den Alltag von Tourismusunternehmen verändern können.
Und wie hat das Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus in der bisherigen Förderperiode touristische Unternehmen konkret bei Digitalisierungsvorhaben unterstützt? Das erzählten Vertreterinnen und Vertreter touristischer Unternehmen und Expertinnen und Experten des Zentrums auf der Bühne. Ein Hotelmanager berichtete, wie ihm das ESG-Forschungsprojekt des Zentrums half, digitale Energiedaten zur Effizienzbewertung zu generieren. Der Geschäftsführer eines Kanuverleihs gab einen Einblick in die Erstellung eines Chatbots: Wie findet man die richtigen Fragen und Antworten für die Zielgruppe und wie können Buchungsanfragen automatisiert werden? Außerdem zeigte eine Expertin des Zentrums, wie sie gemeinsam mit einer touristischen Region Ideen für digitale, interaktive Erlebnisse erarbeitete. Ein Schiffs- und Radreiseunternehmen schilderte Aha-Momente während des Software-Testings, als die Kundschaft auf eine intern favorisierte Lösung unerwartet ablehnend reagierte.
Fazit: Der angeregte Austausch bei der Veranstaltung verdeutlichte, dass die Einführung digitaler Neuerungen oft ein Lernprozess ist: „Man muss viel ausprobieren, damit die Lösung wirklich zu den Erwartungen der Anwender passt“, erklärte einer der umsetzenden Experten des Zentrums. Auch in der zweiten Jahreshälfte 2026 wird es wieder Digitalisierungsprojekte geben, über die das Zentrum berichten wird. Eines der Schulungsangebote des Zentrums, die Weiterbildung zum Digital- und Innovationscoach, stieß bundesweit auf großes Interesse, wie zwei der Umsetzenden anschaulich vorstellten. Deshalb wird auch dieses Programm 2026 in die nächste, vertiefende Runde gehen.
© Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus
© Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus
© Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus
Mit Prof. Dr. Roman Egger kam der strategische Weitblick in die Zukunft der Gesellschaft und Wirtschaft im KI-Zeitalter auf die Bühne. Egger, der an der Universität Wien zu KI forscht, verdeutlichte, dass KI, ähnlich wie andere große Erfindungen der Menschheit wie Elektrizität oder das Internet, nicht als Summe einzelner Tools gedacht werden sollte, sondern als Erfindung, die ganze Infrastrukturen und Geschäftsmodelle grundlegend verändern wird. Die Technologie sei bereits weiter entwickelt, als sie in der Breite genutzt werde. Umso wichtiger sei die Fähigkeit zum Wandel, um neue Ideen zu ermöglichen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Tourismusverbände wurde die digitale Zukunft des Tourismus auf den Boden der Realität geholt. Veränderungswille und Handlungsbedarf treffen hier auf Unsicherheiten angesichts rasanter technologischer Entwicklungen, ethischer Fragen und existenzbedrohender Auswirkungen globaler Krisen.
Dennoch ist das Interesse an digitalen Prozessen und KI-Anwendungen, die Arbeit erleichtern und die Kundenzufriedenheit erhöhen, groß. Entscheidend für einen erfolgreichen digitalen Wandel sind laut Verbandsvertretern sowie Expertinnen und Experten eine praxisnahe Weiterbildung, pragmatische Ansätze direkt in den Betrieben und die Anpassung digitaler Lösungen an regionale Gegebenheiten. Gleichzeitig bleiben ethische Aspekte und Datenschutz zentrale Themen, besonders bei sensiblen Zielgruppen wie Kindern und Jugendlichen.
In den Diskussionen wurde auch deutlich, dass Digitalisierung den Kern des Tourismus nicht verändert: Das Reiseerlebnis entsteht weiterhin vor Ort. „Tourismus lebt von Erlebnissen, die Menschen gemeinsam machen. Wenn digitale Technologien Zeit sparen, kann diese Zeit in genau solche Erlebnisse investiert werden“, so Sven Liebert vom Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft. Umso wichtiger sei es, dass Unternehmen intern Kompetenzen aufbauen und technologische Entwicklungen aufmerksam verfolgen.
Das dreijährige Jubiläum gab dem Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus Anlass, eine positive Zwischenbilanz zu ziehen und direktes Feedback von Teilnehmenden einzuholen.
© Mittelstand-Digital Zentrum Tourismus
„Seit knapp drei Jahren unterstützen wir kleine und mittlere Tourismusunternehmen bei ihrer digitalen Entwicklung. In dieser Zeit haben wir mehr als 200 Veranstaltungen und Angebote umgesetzt und rund 9.000 Teilnehmende erreicht. Das zeigt, dass unsere Angebote von den Unternehmen gut angenommen werden“, sagt Christoph Henseler, Konsortialleitung des Zentrums.
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass Digitalisierung im Tourismus ein fortlaufender Prozess ist. So bleibt das gemeinsame Ziel bestehen: die deutsche Tourismusbranche digital und zukunftsfähig zu gestalten.
Die neue Broschüre des Zentrums stellt anschaulich Good-Practice Beispiele von Unternehmen vor und war vor Ort für die Gäste einsehbar – nun steht sie auch digital zur Verfügung.
Mehr Infos zu den Angeboten des Zentrums: digitalzentrum-tourismus.de