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Vor dem Hintergrund des zunehmenden Innovationsrückstands in Deutschland unterstreichen die Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten 2025 die Schlüsselrolle Künstlicher Intelligenz (KI) für künftiges Wachstum – ein Impuls, der insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dazu bewegen sollte, (neue) Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen. Eine Bedarfsanalyse der Begleitforschung Mittelstand-Digital zeigt, welche KI-Technologien sich besonders für den Einsatz in KMU eignen und welche Faktoren für den erfolgreichen Einsatz von KI in der unternehmerischen Praxis entscheidend sind.
Zwei Technologiebereiche sind besonders relevant
Die Analyse zeigt, dass zwei Bereiche von KI-Technologien besonders relevant für den Einsatz in KMU sind: Branchenspezifische Fachanwendungen und KI-Technologien für Produktivität und Wissensarbeit.
Bei branchenspezifischen Fachanwendungen kommt je nach Wirtschaftsbereich passgenaue KI zum Einsatz, um Prozesse zu automatisieren und datengetriebene Entscheidungen zu verbessern. So werden beispielsweise in der Industrie KI-Technologien in der vorausschauenden Wartung relevant, um auf der Basis von Maschinendaten Ausfälle frühzeitig zu erkennen und Stillstände zu reduzieren. Gerade für KMU eröffnen solche KI-Anwendungen die Möglichkeit, ihre Effizienz zu steigern und ihre Wettbewerbsfähigkeit gezielt zu stärken. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsmodelle, etwa durch datenbasierte Services, die speziell auf die Anforderungen einzelner Branchen zugeschnitten sind.
Im Bereich Produktivität und Wissensarbeit unterstützen KI-Technologien Routineaufgaben und machen Wissen gezielt verfügbar – etwa bei der Informationsverarbeitung, Kommunikation oder in Entscheidungsprozessen. Grundlage bilden dabei Foundation Models wie Large Language Models (LLM) und Natural Language Processing (NLP), die für Textgenerierung, Zusammenfassungen, E-Mail-Assistenz oder Dokumentenanalyse eingesetzt werden. Als Querschnittstechnologie gewinnen KI-Agenten zunehmend an Bedeutung: Als Systeme, die Aufgaben eigenständig planen und ausführen, eröffnen sie KMU die Möglichkeit, Informationsverarbeitung, Assistenzfunktionen und Prozesskoordination teilautomatisiert zu verzahnen.
Beide Bereiche – branchenspezifischen Fachanwendungen sowie Produktivität und Wissensarbeit – zeichnen sich durch technische Reife und unmittelbaren Nutzen aus. Entscheidend für KMU ist dabei zudem, dass sie weitgehend unabhängig vom digitalen Reifegrad des Unternehmens zugänglich sind und damit einen niedrigschwelligen Einstieg in den produktiven KI-Einsatz ermöglichen.
Change-Management schafft Akzeptanz
Die Bedarfsanalyse zeigt, dass gezielte Maßnahmen dabei helfen, die Zurückhaltung vieler KMU beim Einsatz von KI zu überwinden.
Mittelständische Betriebe scheitern bei der KI-Einführung vor allem an unrealistischen Erwartungen, fehlender Problemklarheit, organisatorischem Widerstand, mangelhafter Datenqualität sowie rechtlicher Unsicherheit. Um diesen Hemmnissen wirksam zu begegnen, braucht es neben Bildung und Prozessgestaltung vor allem ein konsequentes Change-Management: Die kulturelle und organisatorische Dimension von KI-Projekten wird bislang oft unterschätzt – dabei ist die Einbindung von Führungskräften, die Verankerung des Wandels in Prozessen und Arbeitskultur sowie das Mitnehmen der gesamten Belegschaft ähnlich entscheidend wie die Technologie selbst.