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Das Projekt in Kürze

Kostendruck, unsichere Lieferketten und wachsende regulatorische Anforderungen machen unternehmensübergreifende Zusammenarbeit attraktiv wie nie. Eine gemeinsame Datenbasis entlang der Lieferkette senkt Kosten, eröffnet neue Services und erleichtert Nachweispflichten – und Cybersicherheit ist dabei das Fundament, auf dem Vertrauen zwischen Partnern wächst. Das Transferprojekt SafeScale-KMU macht dieses Fundament greifbar: Gemeinsam mit vier realen Lieferketten, in denen Hersteller, Großhandel, Handwerk, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Logistik zusammenwirken, werden praxisnahe Vorgehensmodelle, Leitfäden, Demonstratoren und ein Webtool entwickelt. Damit kommen Unternehmen von der ersten Idee zu konkreten Handlungsempfehlungen für eine sichere, souveräne und skalierbare Datenzusammenarbeit.

Schwerpunkte des Projekts

Mittelständische Unternehmen bewegen sich derzeit in einem anspruchsvollen Umfeld: Wettbewerbs- und Kostendruck am Standort, geopolitische Unsicherheit und ein Datenmanagement, das über Unternehmensgrenzen hinweg noch Entwicklungspotenzial hat. Eine gemeinsame Datenbasis von Herstellern, Großhandel, Handwerk, KMU und Logistik eröffnet hier erhebliche Chancen. Cybersicherheit sichert dabei die Geschäftsgrundlage, auf der das Vertrauen zwischen den Partnern aufbaut.

Eine wichtige Rolle spielen dabei Großhandelsunternehmen: Sie organisieren Lieferketten und bündeln Datenströme aus vielen Lieferanten- und Kundenbeziehungen. Über sie lassen sich Lösungen besonders wirksam in die Breite des Mittelstands tragen. Ebenso werden die Perspektiven von Handwerksbetrieben, produzierenden KMU und Logistikdienstleistern eingebunden.

Inhaltlich verbindet SafeScale-KMU vier Perspektiven. Technisch geht es um sicheren Datenaustausch: Zugriffsschutz, Authentifizierung, Verschlüsselung, Interoperabilität sowie Datenqualität und Nachvollziehbarkeit als Basis belastbarer KI-Auswertungen – auch in gewachsenen IT-Landschaften. Organisatorisch entwickelt das Projekt Governance-Modelle, die Rollen, Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege und Prozesse für Freigaben und Sicherheitsvorfälle klären. Rechtlich werden Vorgaben wie DSGVO, NIS-2, Data Act, Cyber Resilience Act und AI Act konkreten Lieferkettenszenarien zugeordnet und Gestaltungsspielräume aufgezeigt, sodass Anforderungen nachweisbar erfüllt und Vorhaben zügig umgesetzt werden können. Wirtschaftlich betrachtet SafeScale-KMU Nutzenpotenziale, Rollen und die Tragfähigkeit von Maßnahmen.

Im Mittelpunkt stehen die Chancen: neue datenbasierte Services, geringere Kosten und tragfähige Geschäftsmodelle auf einer sicheren und qualitativ belastbaren Datengrundlage. Risiken und Stolpersteine werden betrachtet, um sie früh beherrschbar zu machen. Aus der Arbeit in den vier Lieferketten entstehen übertragbare Prinzipien und Musterlösungen für den breiten Mittelstand.

Demonstratoren bzw. Tools des Projekts

Zentrales Werkzeug ist ein Webtool, das Unternehmen als Sparrings- und Orientierungsinstrument nutzen können. Bereits bei der Ideenfindung, welche Daten mit welchen Partnern genutzt werden könnten, soll unterstützt werden. Das Tool hilft, daraus einen tragfähigen Anwendungsfall zu entwickeln, ordnet ihn technisch, organisatorisch und rechtlich ein, macht Chancen ebenso sichtbar wie Stolpersteine und leitet konkrete Handlungsempfehlungen sowie einen Umsetzungspfad ab.

Ergänzend entstehen Demonstratoren aus den vier begleiteten Lieferketten: erprobte Beispiele für sicheren Datenaustausch zwischen den Unternehmen. Sie sind in Workshops und in den Transferformaten des BGA und seiner Mitgliedsverbände live erlebbar und zeigen, wie sichere Datenzusammenarbeit im Betriebsalltag aussieht.

Unterstützungsangebote für Unternehmen

SafeScale-KMU begleitet Unternehmen entlang ihres Reifegrads – von der ersten Idee bis zur Skalierung:

  • Webtool als Sparringspartner: von der Ideenausarbeitung über die Einordnung des Anwendungsfalls bis zu Handlungsempfehlungen und Umsetzungspfad
  • Praxisnahe Leitfäden zu sicherem Datenaustausch, Governance und regulatorischen Anforderungen
  • Workshops und Webinare, auch branchenspezifisch und über die Netzwerke des BGA
  • Demonstratoren in realen Lieferketten, die bei Veranstaltungen erlebbar sind

Projektlaufzeit: 01.08.2026 – 31.01.2029

Fördersumme: 956.099,16 €

ProjektnehmerAnsprechpartner
Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI)
Bildungscampus 9, 74076 Heilbronn

Dr. Patrick Weber


E-Mail: patrick.weber@ferdinand-steinbeis-institut.de
Universität Ulm, Institut für Business Analytics
Helmholtzstraße 22, 89081 Ulm

Prof. Dr. Mathias Klier


E-Mail: mathias.klier@uni-ulm.de
Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) e. V.
Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin

Michael Nitsche

E-Mail: michael.nitsche@bga.de