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Digitale Souveränität für den Mittelstand
Selbstbestimmt statt abhängig: Sensibilisierung im Fokus
Einleitung
Im Zuge der Digitalisierung sind viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zunehmend in Abhängigkeit von wenigen, häufig außereuropäischen Anbietern für digitale Produkte, wie z.B. Cloud- und KI-Lösungen, geraten. Deswegen legt das Netzwerk der Mittelstand-Digital Zentren einen Schwerpunkt auf die Sensibilisierung rund um digitale Souveränität mit Informations- und Qualifizierungsangeboten.
In der heutigen Welt, in der alles digital vernetzt und verarbeitet wird, ist Digitale Souveränität längst kein Nischenthema mehr, sondern eine zentrale Herausforderung für die deutsche und europäische Wirtschaft. Wenn Betriebe die Kontrolle, Gestaltungsfreiheit und Selbstbestimmtheit mit Blick auf ihre Daten, Prozesse und digitale Systeme verlieren, kann das schwerwiegende Folgen haben. Daher gilt es externe IT-Lösungen nicht nur genau zu prüfen, sondern sich bestenfalls gar nicht erst in eine Abhängigkeit von digitalen Anbietern zu bringen.
Technologie, Strategie und Recht im Zusammenspiel
Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Digitale Souveränität des Netzwerks der Mittelstand-Digital Zentren bestand aus Mitarbeitenden verschiedener Zentren, die das breit gestreute Fachwissen verschiedener Branchen und Schwerpunkte zusammenbrachte. In der AG wurde nicht nur die Frage geklärt, warum Digitale Souveränität eine immer größer werdende Rolle spielt. Das Ziel war konkret aufzuzeigen, über welche Technologien und Tools sich KMU digital souverän aufstellen können. Dabei ging es nicht nur um technische Alternativen wie Open-Source-Software, europäische Cloud-Lösungen oder sichere Datenräume, sondern auch um die Entwicklung von Strategien, die eine schrittweise Unabhängigkeit von externen Anbietern ermöglichen. Die Expertinnen und Experten haben sich dabei nicht nur auf den technologischen Aspekt konzentriert, sondern auch das Thema Recht mit einfließen lassen, z.B. in Bezug auf Datenschutzbestimmungen, Lizenzmodelle oder die Einhaltung von Compliance-Vorgaben.
Mensch im Mittelpunkt: Digitale Souveränität beginnt im Kopf
Ein weiterer zentraler Schwerpunkt lag auf dem Aspekt Mensch: Wie können Mitarbeitende aus unterschiedlichsten Positionen (von der Geschäftsführung über IT-Abteilung, bis zur Produktion und zum Vertrieb) überhaupt Zugang zum Thema der Digitalen Souveränität bekommen? Und wie lässt sich die Relevanz des Themas für den eigenen Betrieb deutlich machen? Denn nur wenn alle Beteiligten die Bedeutung von digitaler Autonomie verstehen und in ihren täglichen Entscheidungen berücksichtigen, kann ein Unternehmen nachhaltig souverän agieren. Neben theoretischen Grundlagen wurden praktische Handlungsempfehlungen und Schulungsformate an die Hand gegeben, um das Bewusstsein und die Kompetenz in den Betrieben zu stärken.
Wie steht es um die Digitale Souveränität in Ihrem Unternehmen?
Ein Tool, das in der AG erarbeitet wurde, ist der Souveränitätscheck, mit dem KMU in wenigen Minuten selbst testen können, wie digital souverän sie aufgestellt sind. Die Nutzenden bewerten in dem Check 24 Aussagen zu den Themen Software & Hardware, Menschen & Resilienz, Daten, Anbieter und Plattformen. Zu jedem Themenfeld erhalten die User anschließend eine Punktzahl sowie am Ende ein Gesamtergebnis. Daraus können Handlungsfelder in einzelnen Bereichen identifiziert und konkreter Unterstützungsbedarf aufgezeigt werden, welche im anschließenden Testreport aufgeführt sind.
Ein weiteres Ergebnis aus der AG ist ein Best Practice-Beispiel. Dieses zeigt praxisnah, wie ein Unternehmer in seinem Betrieb die eigene digitale Systemlandschaft durch u. a. den Einsatz eines auf Open Source basierten ERP-Systems unabhängiger aufgestellt und zukunftssicher gestaltet hat.
Die Zusammenarbeit der verschiedenen Mittelstand-Digital Zentren in der Arbeitsgemeinschaft hat gezeigt, wie eine aktuelle Herausforderung für KMU mit konkreten Unterstützungsangeboten begegnet werden kann. Digitale Souveränität ist ein Thema, das Betriebe auch in den kommenden Jahren weiter beschäftigen wird. Konkrete Tools und Handlungsempfehlungen geben Orientierung und ermöglichen erste wichtige Schritte.
Infokasten
Auf einen Blick
Digitale Souveränität ist für KMU in der aktuellen Zeit fundamental wichtig und muss von allen Mitarbeitenden verstanden werden.
Digitale Souveränität ist ein vielschichtiges Thema und muss von mehreren Seiten durchleuchtet werden: IT-Wissen muss mit rechtlichen Komponenten abgestimmt werden – stets jedoch mit dem Fokus auf die Verständlichkeit bei den einzelnen Anwenderinnen und Anwendern bzw. Mitarbeitenden (Technik, Recht, Faktor Mensch, …)
Digitale Souveränität muss von jedem KMU individuell angegangen werden: Es gibt keine Universallösung für alle KMU
Man muss nicht sofort 100 Prozent souverän von externen Anbietern werden, eine schrittweise Annäherung an das Endziel ist der beste Weg.
Unsere Experten
Unsere Experten
Kevin Pek (Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg)
„Die Welt ist im Wandel und wir passen uns an – mit Digitaler Souveränität. Nur so können KMU mehr Kontrolle, Sicherheit und Unabhängigkeit ihres digitalen Eigentums erlangen.“
Eric Dethier (Mittelstand-Digital Zentrum Fokus Mensch)
„Im Zuge der digitalen Transformation sehen wir aktuell bei vielen KMU, dass man froh ist, überhaupt digital aufgestellt zu sein. Ja, eine Künstliche Intelligenz zu nutzen und Arbeitsabläufe zu vereinfachen ist super! Aber die Bereitstellung sensibler Unternehmensdaten für externe Tool-Anbieter kann später zu immensen Problemen führen“