Mann mit Mobilfunkgerät vor einem LKW

© Fritz Stenger GmbH, Heimbuchenthal

Jeden Kunden mit hoher Qualität und langjähriger Erfahrung zu begeistern, ist das oberste Ziel der Fritz Stenger GmbH. Das in dritter Generation geführte Familienunternehmen baut individuelle, energieeffiziente und wohngesunde Holzhäuser und Dachaufstockungen. Die Erfolgsformel: Traditionelles Handwerk trifft innovative Technik.

Der Zeit und der Konkurrenz einen Schritt voraus

Eckpfeiler des unternehmerischen Erfolgs war schon immer die clevere Verbindung von traditionellem Handwerk und moderner Technik. „Mein Vater hat bereits Anfang der 1980er Jahre Commodore Computer eingesetzt, um die Abläufe im Büro effizienter zu machen. Damit war er seiner Zeit und der Konkurrenz immer einen Schritt voraus“, erklärt der heutige Chef Fritz Stenger. Auch er setzt auf clevere Lösungen, die ihn und sein Team unterstützen: So investierte er erst vor kurzem in eine hochmoderne CNC­Produktionsanlage, die Holzbalken vollautomatisch sägt, bohrt, fräst und hobelt. Damit nicht genug: Kein Span bleibt ungenutzt. Alle Holzreste, die bei der Fertigung anfallen, werden in einem Silo gesammelt und im Winter zur Beheizung der Produktionshallen genutzt.

eBusiness nicht nur für große Unternehmen

Auf Anhieb erkannte Fritz Stenger großes Potenzial in der Digitalisierung weiterer Geschäftsprozesse, beispielsweise der digitalen, mobilen Zeiterfassung und entschied sich dafür, neben dem Maler­ und Stuckateurbetrieb Adam Oswald GmbH, am eMasterCraft­Projekt teilzunehmen. Fritz Stenger erklärt: „eBusiness erscheint vielen immer als eine Technik, die nur was für große Unternehmen ist. Aber das ist so nicht richtig. Auch in kleinen Betrieben kann eBusiness dazu beitragen, die Effizienz zu steigern, Abläufe zu erleichtern oder die Ausführungssicherheit bei einzelnen Arbeitsschritten vollautomatisch zu erhöhen.“

Die Zeiterfassung erschien Fritz Stenger als ideales erstes Einsatzgebiet, um elektronische, mobile Werkzeuge an die Stelle von Stift, Papier und Taschenrechner im Holzbauunternehmen zu setzen. Heute ist das smarte System Realität: Die Mitarbeiter erfassen auf den Baustellen ihre Zeiten über das Handy. Alle dokumentierten Stunden gelangen über das mobile Internet auf den Firmenserver und laufen direkt in die jeweiligen digitalen Bauakten der einzelnen Projekte. Die so erfassten Daten stehen tagesaktuell, sozusagen in Echtzeit, im Büro zur Weiterverarbeitung und Auswertung bereit – medienbruchfrei und durchgängig elektronisch.

Im Team zum Erfolg

Um jeden im Team von den neuen Abläufen und dem System zu überzeugen, fanden Schulungen und Gespräche statt. Dabei ging es darum, Sinn und Zweck der Umstellung und Einführung zu vermitteln, damit Vorurteile erst gar nicht entstehen können. Schließlich soll nicht das eigene Team besser kontrolliert werden, wie Fritz Stenger betont. Außerdem ist nicht jeder mit Handys und Smartphones vertraut. Fritz Stenger: „Ich habe genau erklärt, warum wir es machen und welches Ziel wir als Betrieb damit verfolgen. Am Ende des Tages profitiert ja jeder davon, weil wir noch besser und realistischer planen können, auch vor dem Hintergrund von Unwägbarkeiten, die man bei Baubeginn noch gar nicht im Blick haben konnte.“

Einsatz mit Augenmaß

Die Grundlage zur Umsetzung von eBusiness im Holzbaubetrieb von Fritz Stenger sind Stammdaten im ERP­System. Hierbei wird unterschieden zwischen Angebotstexten, Material­ und Leistungsstammdaten. Erst durch die aufbereiteten Stammdaten können die Vorteile von elektronischen Geschäftsprozessen im vollen Umfang umgesetzt werden und zur Erleichterung, Vereinfachung und Beschleunigung der Abläufe im Unternehmen beitragen. Fritz Stengers Empfehlung: „Es gilt, Augenmaß zu wahren. Man muss den Einsatz von eBusiness im Handwerk individuell betrachten, um den Bedarf realistisch einzuschätzen und betriebsspezifische Einführungs- und Umsetzungsstrategien zu entwickeln.“

Dabei hilft zum Beispiel ein Kosten­Nutzen­Tool: Mit dem Software­Instrument sind Betriebe in der Lage, zu berechnen, ob sich der Einstieg ins eBusiness für das eigene Unternehmen lohnt. Dazu vergleicht das Kosten­Nutzen­Tool Ist­Prozesse mit den elektronischen Soll­Prozessen. Im Ergebnis lässt sich der eigene Aufwand kalkulieren und die Frage klären, wie schnell sich Veränderungen auszahlen und lohnen. Auf diese Weise war auch für Fritz Stenger leicht ersichtlich, welche Stellschrauben sich drehen lassen und welche Effekte zu erwarten sind.

Fazit: Jedes Unternehmen muss für sich selbst entscheiden, inwieweit Stammdaten, elektronische Geschäftsprozesse und mobile Werkzeuge sinnvoll sind. Nicht alles, was technisch möglich ist, macht auch im Alltag Sinn. Hierzu ist es ratsam, eine Unternehmensanalyse mit kompetenten, praxiserfahrenen Beratern durchzuführen und Maßnahmen sowie die nächsten Schritte in Form einer ganzheitlichen Strategie zu definieren. 

Bei dem Text handelt es sich um einen überarbeiteten Auszug aus der Broschüre "Durchgängig elektronische Geschäftsprozesse: eMasterCraft® in der Praxis beim Holzbaubetrieb Fritz Stenger GmbH"